Ausstellung: Michael Pyter - NEXT TO ELDORADO

Michael Pyter bringt durch seine Arbeit als Grafik- Motion Designer, Illustrator und Schauspieler verschiedene Perspektiven in seine künstlerische Praxis ein. „Next to Eldorado“ zeigt zum ersten Mal einen Teil seiner großformatigen Kreidezeichnungen (Triptychon 2,10 m x 4,80 m) auf Berliner Zeitungen der 20er Jahre, in denen er sich mit verschiedenen Lebenswelten, zwischenmenschlichen Beziehungen und Seelenzuständen befasst hat. Die Motive bewegen sich zwischen Traumsequenzen und Theaterszenen – atmosphärisch entrückt, dabei stets mit einem präzisen Interesse an Körpersprache und Komposition. Die Verwendung von Kreide und 100 Jahren alten Zeitungen unterstreicht den flüchtigen Charakter der dargestellten Momente und bildet eine Brücke zum queeren Leben im Nollendorf Kiez - damals wie heute.
Nehr zum Künstler:
Buchvorstellung: Gabriel Wolkenfeld - AMAREK

Der Berliner Lyriker und Romanautor Gabriel Wolkenfeld veröffentlicht in diesem Frühjahr mit »Amarek« eine Sammlung von düsteren und heiteren, absurd-makabren Märchen — für Kinder, die keine Kinder mehr sind, und für Erwachsene, die nicht erwachsen sein wollen.
Wir freuen uns auf eine Lesung und ein Gespräch zu seinem neuen Werk, das unter anderem während seiner Zeit als Stadtschreiber in Gotha entstanden ist.
Über das Buch:
Amarek, der Legende nach von einer leicht alkoholisierten Gottheit in zweimal sieben Tagen erschaffen, wird mit strenger Hand von einem König regiert, der auf viel zu kurzen Beinchen durch sein Schloss trippelt. Sprichwörtlich kurz auch die Beine der lügenhaften Inhalte, die sein Stadtschreiber produziert. Und auch sonst ist das Personal nicht mehr, was es früher einmal war: Der Sohn des Henkers hängt auf einmal seinen Beruf an den Nagel - das Töten entspreche nicht seiner Natur -, und dann kommt auch noch der Tod selbst drauf, dass er erschöpft ist und Ruhe braucht, und verweigert den Menschen das Sterben. Dazwischen treiben Waldalben und Kobolde allerhand schwulen Schabernack. Zum Glück haben die zwei ungleichen Schwestern, die in Wahrheit gar keine sind, für fast alles eine Lösung in Form eines Tränkchens, vorausgesetzt, sie mischen es richtig zusammen. - Die in »Amarek« versammelten zwölf queeren Kunstmärchen sind vom deutschsprachigen, slawischen und jüdischen Märchenschatz inspiriert - eine großartige campy Schöpfung des schwulen Berliner Autors.
Über den Autor
Gabriel Wolkenfeld, 1985 in Berlin geboren, studierte Germanistik, Russistik und Literaturwissenschaft und lebte für jeweils ein Jahr in Estland, Russland und der Ukraine.
Neben den Romanen »Wir Propagandisten« und »Babylonisches Repertoire« veröffentlichte er die Gedichtbände »Sandoasen (Israelisches Album)« und »Nebelatlas (Ukrainisches Album)«.
Für seine Lyrik gewann Wolkenfeld u. a. den Hanns-Meinke-Preis und den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis.
Im Jahr 2025 war Gabriel Wolkenfeld mit dem Kurd-Laßwitz-Literaturstipendium Stadtschreiber in Gotha und ist dort in einer regelmäßigen Märchensprechstunde mit den Bewohner:innen über Geschichten, Anekdoten und Erlebnisse ins Gespräch gekommen.
