Ausstellung: INTERIOR von Richard Kranzin

Diese Ausstellung präsentiert Richard Kranzins fotografische Serie aus seinem gleichnamigen Buch INTERIOR, eine stille Reise in die Welt der Intimität und des Selbst. Die zwischen 2021 und 2024 entstandenen analogen Porträts erkunden, was es bedeutet, wirklich man selbst zu sein, fernab äußerer Erwartungen.
Die Aufnahmen zeigen junge Männer in den geschützten Räumen des Privaten. Diese Orte der Geborgenheit werden bei Kranzin zur Bühne für eine ungekünstelte Selbstwahrnehmung. Der Künstler schafft eine Atmosphäre des Vertrauens, in der die Models sich öffnen und ganz im Moment verlieren können. Der Titel INTERIOR verweist dabei doppelt auf den physischen Innenraum als sicheren Ort und die persönliche, innere Landschaft der Subjekte.
In diesen analog festgehaltenen Momenten spiegelt sich auch die introvertierte Natur des Künstlers selbst wider. Die Arbeiten sind eine Selbstreflexion über das Verlangen nach Nähe und den Schutzraum des Eigenheims, ein Gefühl, das in der Zeit der Isolation besondere Bedeutung erlangte. Die erstmalige Verwendung von Farbfilmen in seinem Werk unterstreicht dabei den Eindruck von warmer Vertrautheit und Nostalgie.
INTERIOR ist damit mehr als eine Porträtserie. Es ist eine visuelle Ode an die Schönheit der Introspektion und die stille Kraft, die entsteht, wenn man sich in den eigenen Räumen und in der eigenen Haut wohlfühlt. Die Ausstellung lädt das Publikum ein, in diesen Bildern nicht nur die äußere Form, sondern auch die tiefeninneren Welten zu entdecken, die sie in sich tragen.
Buchvorstellung: Einhorn Leder Sternenstaub - Marian Wild

»Seid der rosarote Panther, und liebt euch wie Wespe und Orchidee, Katze und Pavian.«
Gilles Deleuze und Félix Guattari
Das Universum queerer Kultur ist so bunt und vielfältig wie die Menschheit selbst. Und die Geschichte der Menschen, die sich als queer verstehen, reicht weiter zurück als man auf den ersten Blick vermuten könnte. Denn Schwule, Lesben, Trans* und Inter, aber auch nichtbinäre Personen und viele weitere LGBTIQ* Identitätsentwürfe gab es – gerade in der Kunst – schon lange, bevor dafür Begriffe gefunden wurden.
Marian Wild erforscht Geschichte und Erscheinungsformen queerer Kunst und Kultur, erklärt Schlüsselereignisse und stellt relevante Vertreter*innen der queeren Gemeinschaft vor. Als roter Faden dienen Werke der Bildenden Kunst, des Films und der Musik, die von queeren Künstler*innen geschaffen wurden, sich mit queeren Aspekten beschäftigen oder eine mögliche queere Lesart beinhalten. Neben Werken international bekannter Künstlerinnen und Künstler wie General Idea, Gilbert & George, Hannah Höch, Rebecca Horn, Marc Quinn, Man Ray, Martha Rosler, Rosemarie Trockel und Andy Warhol sind auch einige bisher noch weniger bekannte Kunstschaffende zu entdecken.
Mit Textbeiträgen und in Interviews erhalten zahlreiche Persönlichkeiten und Mitstreiter*innen der queeren Community eine Stimme – die insgesamt 25 Gastautor*innen befassen sich u. a. mit der Rolle lesbischer Frauen in der Kunstgeschichte, mit der Entstehung nichtbinärer Comic-Held*innen oder der Konzeption queerer Denkmäler.
Dieses Buch entführt die Leser*innen – ob sie selbst Teil der queeren Community sind oder thematisches Neuland betreten – in das spannende Universum queerer Kunst und Kultur und beleuchtet dessen kreativen Impact auf unsere Gesellschaft.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum*,
Moderation: Jan Künemund (Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Schwulen Museums)
Gastautor:innen werden noch bekannt gegeben.
Über den Autor:
Marian Wild
Wurde 1982 in Nürnberg geboren und ist promovierter Kunsthistoriker, Kurator, Autor, Journalist und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für moderne Kunst, Nürnberg.
Neben der Queerkultur sind seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte die Architektur des Bauhaus, japanische Ästhetik, das Phänomen des Künstler*innenkollektivs sowie Kunst-, Design und Medientheorie.
Veröffentlichungen (Auswahl): Meine Zelle war ein großer Garten – Der Fall der türkischen Ärztin und Kommunistin Banu Büyükavci (2023); inges idee – Kunst im öffentlichen Raum / Art
in public space (2024).

