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Kemal Kulaksiz: Der Deutschländer
„Almancı“ ist ein türkisches Wort und heißt übersetzt „Deutschländer“. So bezeichnen Türk:innen Verwandte und Freunde, die, meist als sogenannte Gastarbeiter, in deutschsprachige Länder zogen und hier mit der Hoffnung auf ein besseres Leben einen Neuanfang wagten. Das Wort bezieht sich auch auf deren Nachfahren in zweiter und dritter Generation, die in Österreich, Deutschland oder der Schweiz aufgewachsen sind und da leben.
Auch bei Kemal Kulaksız geht es um Herkunft, Zugehörigkeit, Familie und Identität. Sein Debütroman Der Deutschländer erzählt von einem Vertreter der dritten Generation, von der die meisten der zugewanderten Familien hoffen, ja erwarten, dass sie es im neuen Land endlich schaffen und Erfolg haben wird. Im Mittelpunkt steht Kâmuran, dessen Vorname man mit „jemand, der sein Ziel erreicht hat“, aber auch mit „glücklich“ übersetzen kann. Doch Kâmuran ist nicht glücklich. Und schwul. Heimlich. Nach einer Auseinandersetzung mit seinem Freund flieht er zu seiner Grossmutter nach Istanbul...
Eine sehr gute Besprechung von Marlon Brand aka booksaregayasfuck findet ihr hier.
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Jina Khayyer: Im Herzen der Katze
Von der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025 - für mich Gewinnerin.
Jina erzählt von dem gewaltsamen Tod ihrer Namensvetterin Jina Masha Amini 2022 in Teheran, davon, wie ihre Schwester und Nichte in Iran auf die Straßen gehen, protestieren und sich dabei selbst täglich in Gefahr bringen - und davon wie es für sie ist, das Ganze ohnmächtig von Deutschland aus über ihren Handybildschirm zu verfolgen.
Jina erzähl von ihrer Reise nach Iran, Jahre zuvor, von Heimkehr und Kulturschock.
Es geht um starke Frauen, Männer, Kinder, die sich widersetzen, weil der Drang, etwas zu tun, größer ist als die Angst vor den Konsequenzen.
Es geht um Familiengeschichte(n), um androgyne Frauen, die sich als Männer durch die Welt bewegen können, um die Vielfalt und Reichhaltigkeit einer Kultur, die auch von Tschadors nicht verdeckt werden kann.
Es geht immer wieder um die Schönheit und Sprachgewalt des Persischen (hat mich durch die Lyrik und den Hang zur lustvollen Linguistik sehr an "Hundesohn" erinnert), Rosen, Wüstensand und süße Zitronen.
Jin, Jiyan, Azadî <3








