Julia Armfield: Gestalten der Tiefe
Dies ist die tragisch-schöne Geschichte einer lesbischen Beziehung, die nicht nur in der Tiefsee versucht den Dingen auf den Grund zu gehen…
Hier geht es um zwei Frauen: Lea und Marie, die abwechselnd erzählen, wie es zu der Situation kam, mit der die Geschichte beginnt: Lea wurde auf eine 3-wöchige Expedition geschickt und kam nach 6 Monaten verändert zurück. Nun muss das Paar mit allem Neuen und Ungewohnten umgehen.
Dabei stellt sich die Frage, was hält Menschen in Beziehungen, wenn eine Person sich stark ändert? Das Berührende beim Lesen ist, dass sich beide Frauen in ihren jeweiligen Erzählsträngen daran erinnern, was sie an ihrer Partnerin lieben und weshalb es so wichtig ist, die neue Distanz zu überbrücken.
Und gleichzeitig fühlte ich mich beim Lesen oftmals wie in einer BBC-Doku über Nautische Forschung. Lea hat nämlich die anfangs irritierend nervige Angewohnheit ständig unnützes Tiefseewissen an ihr Umfeld zu tragen. Doch die Sprachbilder passen hervorragend in ein Buch, in dem es nicht nur um versunkene Gedanken über das Meer und seine Bewohner: innen geht, sie schaffen auch eine Atmosphäre, in der es möglich ist von einer wissenschaftlich klaren Perspektive in eine surreal Phantastische zu wechseln (ohne zu viel verraten zu wollen…).