Ausstellung: INTERIOR von Richard Kranzin

Diese Ausstellung präsentiert Richard Kranzins fotografische Serie aus seinem gleichnamigen Buch INTERIOR, eine stille Reise in die Welt der Intimität und des Selbst. Die zwischen 2021 und 2024 entstandenen analogen Porträts erkunden, was es bedeutet, wirklich man selbst zu sein, fernab äußerer Erwartungen.
Die Aufnahmen zeigen junge Männer in den geschützten Räumen des Privaten. Diese Orte der Geborgenheit werden bei Kranzin zur Bühne für eine ungekünstelte Selbstwahrnehmung. Der Künstler schafft eine Atmosphäre des Vertrauens, in der die Models sich öffnen und ganz im Moment verlieren können. Der Titel INTERIOR verweist dabei doppelt auf den physischen Innenraum als sicheren Ort und die persönliche, innere Landschaft der Subjekte.
In diesen analog festgehaltenen Momenten spiegelt sich auch die introvertierte Natur des Künstlers selbst wider. Die Arbeiten sind eine Selbstreflexion über das Verlangen nach Nähe und den Schutzraum des Eigenheims, ein Gefühl, das in der Zeit der Isolation besondere Bedeutung erlangte. Die erstmalige Verwendung von Farbfilmen in seinem Werk unterstreicht dabei den Eindruck von warmer Vertrautheit und Nostalgie.
INTERIOR ist damit mehr als eine Porträtserie. Es ist eine visuelle Ode an die Schönheit der Introspektion und die stille Kraft, die entsteht, wenn man sich in den eigenen Räumen und in der eigenen Haut wohlfühlt. Die Ausstellung lädt das Publikum ein, in diesen Bildern nicht nur die äußere Form, sondern auch die tiefeninneren Welten zu entdecken, die sie in sich tragen.
Lesung: Victor Schefé - Zwei drei blaue Augen

Tassilo, jung und verliebt in Musik und Männer, will raus aus der Rostocker Platte und rein ins freie Leben West-Berlins. 1986 reist er aus, trotz der Drohungen seiner Mutter. Drei Jahre später fällt die Mauer – und mit ihr eine Wahrheit, die alles verändert.
Aus Briefen, Tagebucheinträgen, Kindheitserinnerungen und Stasi-Akten formt Victor Schefé einen Roman, der vor Energie leuchtet.
Autor*innenporträt
Victor Schefé, 1967 in der DDR geboren, ist 1986 nach West-Berlin ausgereist. Start als Schauspieler an Berliner Off-Theatern, wenig später Hauptrollen am Schauspielhaus Wien. Danach in über achtzig Film- und TV-Produktionen von ›Tatort‹ bis ›Bewegte Männer‹, ab 2010 auch international, in ›Bridge of Spies‹ unter der Regie von Steven Spielberg, im James-Bond-Film ›Spectre‹ und in drei Staffeln ›Borgia‹. Regisseur und Produzent von ›B. i. N. – Berlin im November‹. Mitglied der Deutschen Filmakademie und Unterzeichner der Initiative #actout. ›Zwei, drei blaue Augen‹ ist sein Romandebüt.
